6. Newsletter

Wissenswertes zu Ostern
Sechster Newsletter des Tierschutzvereins Hallertau u. U. e.V.
(photo von corel draw x5 copyright by corel muenchen © 2017)


Liebe Vereinsmitglieder, liebe Tierfreunde,
kurz vor den Ostertagen wollen wir Ihnen gerne Informationen rund um Tradition und Tierschutz geben.
Osterfeuer birgt Risiko für Wildtiere
Im Rahmen der Osterfeierlichkeiten wird in vielen Gemeinden das traditionelle Osterfeuer entzündet. Da sich oftmals Kleintiere im aufgeschichteten Reisig verstecken, bedeutet das Entzünden des Feuers für diese Tiere Lebensgefahr. Der Tierschutzverein Hallertau u.U.e.V. empfiehlt daher, auf die Tradition zu verzichten oder entsprechende Sicherheitsmaßnahmen zu treffen.
Die alljährlichen Osterfeuer gehen auf einen heidnischen Brauch zurück, bei dem die Menschen den Wechsel von Winter auf Frühling feiern. Die Feuer werden, je nach Region, am Karsamstag, am Abend des Ostersonntags oder am Morgen des Ostermontags entzündet, um den Frühling zu begrüßen. Was viele nicht wissen: Für viele Wildtiere bieten die aufgeschichteten Reisighaufen einen idealen Lebensraum. Kleintiere, wie Igel oder Kröten, die bei warmen Frühlingstemperaturen aktiv werden, nutzen die Haufen als sicheres Versteck. Mäusen, aber auch Vögeln dienen sie mitunter als Wohnraum. Liegen die Brennguthaufen bereits mehrere Wochen auf derselben Stelle, ist die Gefahr groß, dass sich bereits Tiere darin verkrochen haben.
Damit die Ostertradition nicht zur tödlichen Falle wird, empfehlen wir, das Brennmaterial erst kurz vorher auf- und unbedingt kurz vor dem Abbrennen noch einmal umzuschichten. Wer nur am Brennmaterial rüttelt, kann nicht sicher sein, die Tiere zu vertreiben, da viele dann reglos verharren, anstatt aus ihrem vermeintlich sicheren Versteck zu fliehen. Die Tierschützer empfehlen von einer Verbrennung gänzlich abzusehen, falls man beim Umschichten auf brütende Vögel oder seltene Tierarten stößt. Amsel, Rotkehlchen oder Zaunkönig finden als Frühbrüter in Reisighaufen oftmals eine geeignete Kinderstube.
Bei Ostereiern auf die Herkunft achten
Wir empfehlen, bei der Wahl der Ostereier auf Eier aus artgerechter Haltung zurückzugreifen. Vorsicht ist bei bereits gefärbten oder verarbeiteten Eiern geboten, denn dort besteht keine Kennzeichnungspflicht dazu, aus welcher Tierhaltung diese stammen. Noch immer leben 3,5 Millionen Legehennen in Deutschland in sogenannten Kleingruppen-Käfigen, außerdem werden Käfigeier aus dem Ausland importiert. Die Tiere haben dort nur etwas mehr Platz als eine DIN-A4-Seite.
In der drangvollen Enge der Kleingruppenkäfige können sich die Hennen kaum bewegen. Der erzwungene Bewegungsmangel führt zu gesundheitlichen Schäden. Zudem können die Hennen dort nicht im Sand baden, nicht scharren und nicht picken – alles Verhaltensweisen, die für Hühner typisch und wichtig sind. Federpicken und Kannibalismus sind oftmals die Folge davon, dass die Tiere ihre arteigenen Bedürfnisse nicht ausleben können – und den Trieb dann gegen die Artgenossen richten.
Eier aus der Kleingruppenkäfighaltung finden sich vor allem in verarbeiteten Produkten – in Eierlikör, Nudeln, Backmischungen, Kuchen oder anderen Fertigprodukten. Neun Prozent der in Deutschland produzierten Eier stammen noch aus Käfighaltung. Erst ab 2025, mit Ausnahmen erst ab 2028, ist diese Haltungsform gesetzlich verboten. Bei frischen Schaleneiern sind Käfigeier mit der Ziffer „3“ seit Einführung der Kennzeichnungspflicht aus den Regalen verschwunden; der Verbraucher kauft sie nicht mehr. Zehn Prozent der Eier stammen aus Biohaltung (Ziffer „0“), 18 Prozent aus Freilandhaltung (Ziffer „1“) und 64 Prozent aus Bodenhaltung (Ziffer „2“).
Keine Kennzeichnungspflicht bei gefärbten und verarbeiteten Eiern
Eine Angabe zur Haltung der Hennen ist beim Verkauf von gekochten und gefärbten Ostereiern dagegen nicht verpflichtend - ebenso wenig, wie bei verarbeiteten Produkten, die Eier enthalten. Bei vorgefärbten Ostereiern machen viele Handelsunternehmen mittlerweile jedoch bereits freiwillig eine Angabe – der Großteil stammt aus Bodenhaltung. Dennoch: Steht nichts Gegenteiliges auf der Verpackung, so handelt es sich meist um Käfigeier. Der Tierschutzverein Hallertau u.U.e.V. fordert daher gemeinsam mit dem Deutschen Tierschutzbund eine verpflichtende Kennzeichnung entsprechend der Haltungssysteme der Legehennen. Bis dahin appellieren die Tierschützer, auf nicht gekennzeichnete Produkte zu verzichten und nur Eier aus Bio-, Freiland- oder Bodenhaltung zu kaufen. Auch Eier mit dem Tierschutzlabel „Für Mehr Tierschutz“ des Deutschen Tierschutzbundes garantieren bessere Bedingungen für Legehennen.
Tierfreundliches Osterfest
Während der Osterhase zum Fest bunte Eier und Schokolade bringt, landen Kaninchen oftmals als Braten auf der Festtafel. Was viele nicht wissen: Mastkaninchen stammen zum Großteil aus Käfighaltung. Die Tiere haben dort keinen Bewegungsfreiraum und fristen ihr Dasein auf Gitterböden. Der Tierschutzverein Hallertau u.U.e.V. rät daher dazu, auf tierfreundliche Alternativen zum Osterfest zurückzugreifen.
Für den Verbraucher, der Kaninchenfleisch im Supermarkt kauft, ist leider meist nicht zu erkennen, woher das Fleisch stammt. Kommerziell gehaltene Kaninchen leben in der Regel in engen Drahtkäfigen – eine Haltung, die absolut tierschutzwidrig ist und die man nicht unterstützen sollte.
Mastkaninchen, die sich das natürliche, bewegungsfreudige Verhalten ihrer wilden Vorfahren bewahrt haben, sind in der Mast meist in eintönige, enge Käfige gepfercht. Sie leiden unter dem geringen Platzangebot und ungenügenden Rückzugsmöglichkeiten. Die Haltung auf perforierten Böden kann zu Pfotenverletzungen und –geschwüren führen. Hinzu kommen Verhaltensstörungen, wie Aggressivität oder Stereotypie, die durch das mangelnde Platzangebot und nicht ausreichende Beschäftigungsmöglichkeiten hervorgerufen werden.
Tierfreundlichere Alternativen
Erste Ansätze in der Schweiz zeigen, dass eine gewerbliche Kaninchenhaltung auch unter artgerechten Bedingungen realisierbar ist: ein Stall mit Weideauslauf und eine strukturierte Umgebung mit erhöhten Aussichtsplätzen sowie Fress-, Ruhe- und Aufenthaltsbereichen, können die Haltung nachhaltig verbessern. Entsprechende Haltungssysteme in größerem Stil gibt es in Deutschland bisher allerdings nicht. Eine wirklich tierfreundliche Alternative sind dagegen vegetarische oder vegane Festtagsessen, die sich zahlreich in Kochbüchern und im Internet finden – Nuss-, Maronen- und Pilzbraten oder auch ein vegetarischer „Falscher Hase“ sind beispielsweise leckere Varianten zum Fest.
Wir wünschen Ihnen und Ihren Familien schöne geruhsame Feiertage im Kreise Ihrer Liebsten.
Eine Einladung zu unserem großen Flohmarkt am 23. April in der Hopfenhalle haben Sie bereits erhalten.
Wir würden uns sehr freuen, Sie bei uns begrüßen zu dürfen.
Ihr Tierschutzverein Hallertau u.U.e.V.
Silvia Dietrich
2. Vorstand